Wissenswertes über die Miniaturausgabe des Deutschen Spitzes


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Unser Haushund ist ein Kosmopolit, ein Weltbürger. Denn überall auf der Welt, wo Menschen leben, ist er anzutreffen. Durch erhebliche Anpassung hat der Hund eine extreme Verwendungsvielfalt für die jeweiligen Kulturstufen der Menschen entwickelt. Hierbei erkannte man sehr früh die Nützlichkeit der Miniaturformen der kleinen und kleinsten Hunderassen. Im Widerspruch zu oft gehörten Meinungen sind sie weder furchtsame noch krankheitsanfällige Lebewesen, sondern durchaus robust, spazierfähig und wetterfest. Wachsamkeit und Verteidigungsbereitschaft stehen
im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Körpergröße. Auch waren sie in Hungerszeiten leichter als die Großen zu unterhalten. Viele Kulturen züchteten sich Klein- und Kleinsthunde, die mit ihrem langen Fell und ihrer Normaltemperatur um 39 Grad in den kalten oftmals zugigen Behausungen früherer Zeiten für die Alten und die Kleinen angenehme Wärmespender waren: So der Japan Chin in Nippon, der Pekinese in China, der Shi-Tzu in Tibet, der Chihuahua in Mittelamerika, um nur einige Beispiele zu nennen.
Die in unserem westlichen Kulturkreis ältesten Hunde-Miniaturausgaben sind der Spitz (Grabbeigaben aus Latènezeit) und der Malteser von der Insel Malitaea (schriftliche Aussage 300 v.Ch.). Plinius der Klatschkolumnist der Antike, wusste zu berichten, dass die römischen Damen ihre Schoßhündchen mit ins Bett nahmen, weil sie ausgezeichnet gegen Leibgrimmen halfen! Von anderen Diensten kündet folgender lateinischer Vers:

Die Diebe fuhr ich an, die Liebhaber ließ ich ein - So konnten Herr und Frau mit mir zufrieden sein.

Das heutige Aussehen des Deutschen Zwergspitzes hat sich gegen den früheren Phänotyp sehr verändert, denn der Zwergspitz war einstmals nur ein verzwergter Kleinspitz, nicht sehr ansehnlich, eher gnomhaft. Im Gegensatz dazu ist die Erscheinungsform des heutigen Zwergspitzes fülliger, muskulöser und stabiler geworden. Dank zahlreicher hineingekreuzter Importe aus den USA, Kanada, England usw. hat sich das heutige Erscheinungsbild des Deutschen Zwergspitzes so positiv verändert, dass er allgemein internationale Anerkennung findet. Der deutsche Standard schreibt für den Zwergspitz eine maximale Widerristhöhe von 18 - 22 cm vor, der englische Standard hingegen erlaubt 28 cm. Das Gewicht im englischen Standard sieht für Rüden 1,8 bis 2 kg, für Hündinnen 2,25 bis 3 kg vor. Hier haben wir natürlich ein heiß diskutiertes Problem. Denn wir werden oft einen zu großen Zwergspitz finden, der die Größe eines Kleinspitzes oder gar die des Mittelspitzes hat, aber vom Typ her doch typisch Pomeranian ist und somit natürlich nicht dem vom jeweiligen Größenschlag geforderten Typ entspricht. Bislang wurden zu große Zwergspitze umgeschrieben, wobei weder Züchter noch der Hauptvorstand darüber besonderst glücklich waren. Denn der typische Klein- bzw. Mittelspitz geht auf diese Weise verloren, während die Zwergspitzzucht möglicherweise einen guten Vererber einbüßt. Es ist unbedingt an der Zeit, zu dieser Frage maßgebende Entscheidungen zu treffen. Seitdem die FCI nur ein einziges CACIB für alle Farbschläge der Zwergspitze (neufarben) vergibt, ist die Farbreinzucht in Gefahr. Die verantwortlichen Züchter sind aufgerufen, hier ihren Beitrag zu leisten, denn laut FCI-Zuchtreglement dürfen wir jetzt nach belieben Farbkreuzungen vornehmen, soweit genetische Gründe nicht dagegen sprechen.
Vorsicht bei der Zwergspitzzucht ist also geboten! Nur durch gewissenhafte Zuchtplanung werden wir uns weiterhin einer klaren Farbenpalette erfreuen können. Schwarz, Weiß, Braun, Orange, Orange-Sable (Orange mit schwarzen Haarspitzen), Cream, Cream-Sable, Graugewolkt, Wolfsfarben, Black and Tan (Schwarz mit lohfarbenen Abzeichen) Parti-Color (weißer Grund mit Flecken von Orange,Schwarz oder Braun). Die beiden letzteren Farbschläge sind Neuheiten aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, den USA. Wir sollten wohlwollend auf die Parti-Color-Zwerge schauen und so manchen Fehler wie Mantelschecke (die Flecken ummanteln den Hund fast geschlossen auf Weiß) tollerieren, denn auch diese Hunde sind wichtig für die Zucht. Zumal bei diesen Farbvarianten noch kein großes Zuchtpotential vorhanden ist.
Es liegen Können und Verantwortung in der Hand des Züchters, der sich dieser Rasse verschrieben hat, um den Zwergspitz und seine Farben zu erhalten. Eine Anmerkung zu den Weißträgern (Parti-Color und Weiß): Die bekannteste Züchterin Angelika Kamm (Piccolini´s) kennzeichnet ihre aus Weißträgern verpaarte Hunde mit dem namen "Panda" auf der Ahnentafel. So ist noch nach Jahren ersichtlich, wo sich ein Weißträger in der Ahnentafel befindet.

Im Wesen vereinigt der Zwergspitz alle positiven Spitzmerkmale seiner großen Vettern. Er ist bestechend attraktiv durch sein wunderschönes Aussehen, dazu leicht erziehbar, ein absolut zuverlässiger Wächter dank seines guten Gehörs und neugierigen Wesens. Der Zwergspitz ist ausgesprochen pflegeleicht. Aufgrund seiner Zierlichkeit ist er ein idealer Etagenbewohner.
Der Hang zum Bellen wird ihm durch zielbewusstes Abrichten leicht abgewöhnt. Andererseits kann lautes Bellen sehr wohl eine wertvolle Lebenshilfe sein. So ist es eine Kleinigkeit für den interlligenten Deutschen Zwergspitz, einem Schwerhörigen das Läuten der Türklingel oder des Telefons zu verdeutlichen. Wie alle Spitze, so ist auch diese Schönheit in Kleinsformat durch die seelische Schmiegsamkeit ein idealer Gefährte für Kinder und ältere Leute. Nicht umsonst behaupten die Engländer, der Zwergspitz ist der:
"King of Toys"

Verfasser:
Frau Eyke Schmidt-Rohde  
und Herr Michael Deger geb. Ammon



Abschrift aus:
"Der Deutsche Spitz"
"Pomeranian-Extra"
47. Jahrgang, März 1998, Nr. 159
  

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